Wann lohnt sich Eigenverbrauchsoptimierung?

Grundsätzlich gilt: je höher der Eigenverbrauch, desto profitabler die Anlage. Mittels Optimierung kann einerseits mehr Solarstrom selber verbraucht werden, andererseits können teure Leistungsspitzen verhindert werden. Dazu gibt es in erster Linie drei Möglichkeiten:

  • Benutzerverhalten. Vor allem bei kleineren Projekten (weniger als fünf Parteien) kann der Eigenverbrauchsgrad erhöht werden, indem die Bewohner jeweils mehr Strom verbrauchen, wenn die Sonne scheint und Strom sparen, wenn keine Sonne scheint. Komplexität und Kosten sind sehr tief und trotzdem können auch bei dieser Grösse bereits sehr positive Resultate erzielt werden.

  • Fixe Programmierung. Bei Projekten bis ca. 50 Wohnungen, mit grossen technischen Verbrauchern wie z.B. einer Wärmepumpe oder Elektroladestation, lohnt sich in der Regel eine Vorprogrammierung der Geräte, sodass sich die Verbrauchspitzen nicht überlagern. Das EVG-Zentrum bietet an, die Daten nach dem ersten Betriebsjahr auszuwerten, um die Programmierung zu optimieren.

  • Intelligent vernetzte Gebäudetechnik. Mittels intelligenter Steuerung wird es möglich, die grösseren Verbraucher automatisch anzusteuern. Es können zusätzliche Vorteile resultieren. So können grössere Projekte z.B. Leistungsreserven bereitstellen um das nationale Stromnetz zu stabilisieren. Mittels dieser Ansteuerung ist somit die Teilnahme am Regelenergiemarkt möglich. Der Aufwand für ein zuverlässiges Steuerungssystem ist beträchtlich und der Unterhalt und Betrieb oft nicht verhältnismässig zu den Einsparungen und Mehreinnahmen. Dennoch kann es sich bei neuen Grossüberbauungen auszahlen, ein smartes System aufzubauen.

Fallbeispiel Mehrfamilienhaus

Die Stromverbräuche setzen sich zusammen aus individuellen Bezügen der Bewohner und regelmässigen, technischen Verbrauchern wie z.B. Wärmepumpen.

180408 BeispielLastkurvenFnfTage 1.1

Typischerweise könnte zwischen 8.00 und 11.00 Uhr sowie zwischen 13.30 und 16.00 Uhr mehr Strom verbraucht werden. Verbrauchsspitzen ergeben sich oft zwischen 23.30 und 2.00 Uhr sowie zwischen 17.00 und 21.00 Uhr.

180408 SchematischLastkurvenFnfTage 1.1

Die vereinfachte Darstellung zeigt den typischen Verlauf des Verbrauchs eines Mehrfamilienhauses mit Wärmepumpe über fünf Tage. Teure Leistungsspitzen resultieren insbesondere dann, wenn verschiedene Geräte unkoordiniert in die Nacht verlegt werden.

  • Mit einer Optimierung der Programmierung der Geräte können bei diesem Beispiel rund 30 CHF pro Monat eingespart werden. Der Aufwand beläuft sich, je nach Installateur, auf wenige hundert Franken.
  • Mit einer intelligenten Steuerung können evtl. bis zu 50 CHF pro Monat eingespart werden. Der Aufwand für ein solches System kann sich auf einige tausend bis zehntausend Franken belaufen.

Wir beraten Sie gerne bei der Auswahl der richtigen Strategie bezüglich Eigenverbrauch.